Schachclub Prien

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21 | 05 | 2012
Kreismeisterschaft Seniorenmannschaften: Entscheidung vertagt (?) PDF Drucken E-Mail

Knapp daneben und (vielleicht) doch noch nicht vorbei: Am Tag der Entscheidung bei Pang Rosenheim verlor Prien mit 1,5 : 2,5, womit beide Mannschaften nach Brett- und Mannschaftspunkten gleichauf liegen. Laut Karlheinz Roth soll es jetzt (noch) ein Entscheidungsspiel geben.

Das Ergebnis sieht nach einem missglückten Remisklammern der Priener aus, aber tatsächlich ging es drunter und drüber und jedes Ergebnis war möglich.

Wie sehr die Panger den Titel wollten sieht man daran, dass sie tatsächlich für diesen Kampf noch einen (österreichischen) Senior nachgemeldet hatten mit einer DWZ von über 2100 ! Prien dagegen musste auf seinen Erfolgsgaranten Klausecker verzichten. Damit ergab sich eine erschreckende DWZ-Differenz von 222 Durchschnitts-Punkten zugunsten von Pang.

Und nach ca. zwei Stunden sah es tatsächlich düster aus: In der Partie Dürr-Wimmer hatte Weiss zwar eine leichte Druckstellung aufgebaut, aber von Vorteil war noch wenig zu sehen. Bei Schmid-Bräutigam waren in einer Englischen Eröffnung die Kampfhandlungen erst spät begonnen worden, aber Bräutigam hatte schon mal den Kampf um die offene a-Linie verloren. Roth hatte aus seiner geliebten Damenfianchetto-Eröffnung gegen Fischer nichts Zählbares herausgeholt und der Joker Keller hatte Seufert-Heyne positionell total überspielt.

Aber jetzt wurde es erst richtig turbulent. Bis zur Zeitkontrolle hatte Roth auf Kosten eines Bauern den Damentausch erzwungen und ins Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern abgewickelt. Remis.
Dürr war es gelungen, seine leichten Vorteile zu einer Gewinnstellung zu verdichten. Den Matchball vor Augen verlor er die Übersicht und lief in ein Dauerschach. Remis.
Bräutigam hatte zwar inzwischen einen Bauern verloren, aber ein aktives Läuferpaar und die Dominanz auf den schwarzen Feldern. Sein Gegner wollte da doch lieber ein Remis als vielleicht alles verspielen. Remis.
So lag es an dem bedauernswerten (fast 600 DWZ-Punkt Differenz !) Seufert-Heyne, das Ergebnis zu fixieren. Er hatte sich aus seiner positionellen Verluststellung herausgewurstelt und kämpfte nun in einem Damenendspiel mit beiderseitigen Freibauern. Hätte er rechtzeitig gewusst, dass ein Remis reicht, hätte es gelingen können. Bis die anderen Ergebnisse feststanden, war seine Situation aber schon schwierig geworden. Dem Gegner gelang es schliesslich, alle Damen abzutauschen und ganz prosaisch mit seinem verbliebenen Mehrbauern zu gewinnen.

Als sich der Rauch schliesslich verzogen hatte, schienen alle irgendwie zufrieden: Pang, dass es die Blamage eines 2 : 2 vermieden hatte und Prien, dass es den Kampf David gegen Goliath doch letztlich bestanden hat.

Sollte es zum zweiten Endscheidungskampf kommen wird es spannend, welche weiteren Senioren aus dem wohlverdienten Dämmerschlaf aktiviert werden.

29. 01. 2012 Dr. Rainer Dürr